Weihnachtsstory
Moin!
Ich habe im Fliegenfischerforum von eurer Aktion mit der
Weihnachtsgeschichte gelesen und möchte da auch einen Beitrag dazu leisten.
Ich bin vor ca. 4 Jahren von meinem Schwager überredet worden, einen
Angelschein zu machen. Warum eigentlich nicht, Alter schützt vor Angeln
nicht.
Die "Ausbildung" ist ja recht spärlich und doch sehr Theorie lastig.
Umso
wichtiger ist da ein guter Freund, der einem die Praxis näher bringt.
Ich sprach mit einem vertrauten Arbeitskollegen und mittlerweile sehr
guten Freund über meine neuen Ambitionen. Und Alex, der schon seit
früher Kindheit angelte, bot mir an, gemeinsam mal loszuziehen. Aus dem
“Mal" wurden diverse Male.
Zuerst war es die Spinnrute, mit der wir auf Mefojagd gehen wollten.
Welche Meforute? Ich hatte ja noch gar keine Ausrüstung. Alleine wäre
ich wahrscheinlich mit viel zu viel und vor allem auch sinnfreien Kram
aus dem Laden gekommen. So konnte ich mich auf die Hilfe von Alex verlassen.
Die ersten Angelausflüge waren durchwachsen. Auswerfen, Bisserkennung,
Drill, Fisch versorgen, und natürlich viiiel Geduld haben. ;-) Ich
konnte meine Erfahrungen sammeln und hatte dabei immer einen guten
Kumpel dabei, der mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Das war für mich
sehr hilfreich und Gesellschaft ist natürlich auch sehr toll.
Dann irgendwann folgte noch die Idee des Fliegenfischens. Auch da hatte
Alex schon diversen Vorsprung und konnte mir viel über das
Fliegenfischen und später auch das eigene Binden von Fliegen erzählen.
Es gibt dabei ja so viel zu fachsimpeln. :-) Die vielen Nichtangler im
Kollegenkreis konnten ja überhaupt nicht verstehen, wieso wir uns so mit
der Angelei beschäftigen konnten. Uns stört das nicht.
Das Angeln ist natürlich prima, aber ehrlich gesagt sind unsere Ausflüge
jedes Mal fast wie Urlaub. Schon morgens (meistens machen wir früher
Feierabend und fahren direkt von der Arbeit los) freuen wir uns riesig.
Und wenn es dann endlich losgeht, vergessen wir den Mist und den
Wahnsinn, der sich für uns dienstlich ergibt. Eine Mischung aus
Aufregung, Tradition und Freude, die Zeit in der Natur zu verbringen.
Wir wandern an den Strand, bleiben zunächst noch an der Steilküste
sitzen und beobachten den ausgewählten Strandstreifen bei einem Kaffee.
Zwischendurch wird auch mal der Grill angeschmissen. Manchmal sitzen wir
schweigend nebeneinander und lassen den Eindruck von der Natur auf uns
wirken.
Eigentlich ist uns da schon reichlich verschiedenes am Meer passiert:
Drills, sowohl die erfolgreichen als auch die vielen vergeigten; die
Pleiten, Pech und Pannen, die passieren können, wie stolpern beim
Watangeln, Rutenbruch, unerklärliche Knoten im Vorfach; und
manchmal auch Erlebnisse bei der Rückkehr in der Dunkelheit (den Weg
sollte man sich schon merken).
Viele Erlebnisse... ob nun Fisch oder nicht, erfolgreich ist jeder
Ausflug für uns. Wir sind uns immer einig, dass wir beide jedes Mal sehr
"runterfahren können" und gehen gestärkt in den nächsten Tag.
Das Wichtigste dabei ist, dass ich für mich einen sehr guten Freund
gefunden habe.
Leider schaffen wir es nur selten, gemeinsam Angeln zu gehen. Und
aktuell sieht es mit den Ausflügen ganz übel aus.
Alex ist seit längerem krank, die harte Arbeit hat dann doch seine negativen
Auswirkungen auf den Menschen und ihm seine mentalen Grenzen aufgezeigt.
Ich hoffe so sehr, dass er sich schnell wieder erholt!
Ich bin davon überzeugt, dass das Angeln - so wie wir es betreiben -
gerade für die Psyche ein Pflaster ist. Und vielleicht wäre eine neue
Rolle der richtige Anstoß!
Euch ein paar schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!
Kai







